Rorate (Eucharistie)

Samstag, 21. Dezember
7.00 Uhr
Kirche St. Urban
anschliessend Frühstück

Versöhnungsfeier

Sonntag, 22. Dezember 2019
19.30 Uhr
und
Montag, 23. Dezember 2019
15.00 Uhr
in der Kirche St. Urban

Ökumenischer Familien-Gottesdienst

Sonntag, 19. Januar 2020
10.00 Uhr
Ref. Kirchgemeindehaus Seen

Neues Pfabü zum Thema «Fastenzeit im Wandel»

05.03.2019

Editorial

«Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.» Jedesmal, wenn ich diese Aussage, im Evangelium lese oder gar in der Kirche vorlese, überkommt mich eine Art «heiliger Schauer». Da ist von einem ganz persönlichen Gott die Rede, «dein Vater», und von einer ganz intimen Nähe: «der auch das Verborgene sieht». Kein Polizistenblick, der sich die Fehler und Sünden merkt, sondern ein liebevolles Wahrnehmen meines Innersten, das sich – vielleicht zaghaft – dem Geheimnis öffnet. Gott sieht diese Bewegung meines Herzens, sie ist aufgehoben bei ihm.

Dreimal wiederholt Matthäus diese Zusage vom Vater, der auch das Verborgene sieht, im Bezug auf drei unterschiedliche menschliche Verhaltensweisen: in Bezug auf das Almosen­Geben, in Bezug auf das Beten im stillen Kämmerlein und in Bezug auf das Fasten. Alle drei Handlungen kommen im Tierreich niemals vor, sondern sind nur uns Menschen eigen, dafür lassen sie sich transkulturell und transreligiös zu allen Zeiten beobachten. Überall wird gespendet, gebetet, gefastet.

Warum tut der Mensch das? In diesem dreifachen Verhalten vollzieht der Mensch seine wesenhafte Ausrichtung aufs Transzendente. Wer einfach gibt, was er behalten könnte, gibt sich hin, übersteigt sich, überschreitet seine Grenze. Wer sich im Gebet der schweigenden Gegenwart Gottes aussetzt, ohne etwas zu sehen oder zu hören, der hat den innerweltlichen Kreis durchbrochen, über dem tut sich der Himmel auf. Wer auf etwas verzichtet, das er geniessen könnte, zeigt, dass es Grösseres gibt, dass wir nicht fixiert sind auf Reiz und Reaktion, dass wir zur Freiheit berufen sind.

Die drei Textstellen bei Matthäus über das Almosen­Geben, Beten und Fasten sind total parallel gestaltet. Es ist, als ob es das gleiche Tun in drei Ausprägungen wäre, konkret die Nähe zu Gott zu leben. Darum dürfen wir, glaube ich, in der Fastenzeit getrost wählen, was uns eher liegt: grosszüg zu spenden, sich Zeit zu nehmen für Gebet und Stille oder freiwillig auf Geschätztes zu verzichten. Denn dein Vater sieht dieses Verborgene, und er behält es bei sich.

Für die Redaktion

Hugo Gehring

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